Glossar · Kompetenzraster
Kompetenzraster: Die Matrix hinter der Beurteilung
Ein Kompetenzraster ist eine strukturierte Matrix, die die Kompetenzen eines Fachs (oder einer Klassenstufe) in Zeilen auflistet und in Spalten die Niveaus zeigt, auf denen diese Kompetenzen erreicht werden können.
Was das Matrix-Format konkret leistet: Für jede Kompetenz zeigt das Raster auf einen Blick, welche Niveaus die Schülerin oder der Schüler bereits erreicht hat und wo der nächste Schritt liegt. Lehrpersonen, Schüler:innen und Eltern können denselben Stand einsehen — aus unterschiedlichen Perspektiven, aber auf derselben Grundlage. Das macht Gespräche konkreter und nachvollziehbarer: Statt über einen diffusen Gesamteindruck zu sprechen, zeigt das Raster, in welchen Bereichen Fortschritte sichtbar sind und wo gezielt Unterstützung sinnvoll ist.
Ebenso wichtig ist, was ein Kompetenzraster nicht ist. Es ist keine Checkliste, die einmalig abgehakt wird — Niveau 3 bedeutet nicht "fertig". Es ist keine Lernziel-Liste, denn Lernziele sind zeitlich begrenzt, während Kompetenzen kumulativ über mehrere Schuljahre aufgebaut werden. Und es ist keine Notenmatrix — Niveau 3 (erweitert) entspricht nicht automatisch der Note 6. Niveaus beschreiben die Tiefe und Selbstständigkeit, mit der eine Kompetenz angewendet wird. Welche Note daraus entsteht, bestimmt der kantonale Notenschlüssel.
Hintergrund
Pädagogischer Hintergrund
Klassische Lernziele waren punktuell formuliert: "Am Ende dieser Lerneinheit kann der Schüler X." Sie eigneten sich für die Vermittlung von abgrenzbarem Wissen — Grammatikregeln, Formeln, Vokabular — weniger aber für kumulative Kompetenz-Entwicklung, bei der Fähigkeiten über Monate und Schuljahre hinweg aufgebaut werden. Wer nur mit punktuellen Lernzielen arbeitet, sieht immer den Momentzustand. Der Lernweg, die Entwicklung über die Zeit, bleibt unsichtbar.
Kompetenzraster lösen dieses Problem, indem sie den Lehrplan-Kompetenzen eine strukturelle Heimat geben. Jede Kompetenz eines Fachs ist im Raster permanent verankert — über eine Unterrichtseinheit hinaus, über das Semester hinaus, und idealerweise über mehrere Klassen hinweg. Beobachtungen sammeln sich an derselben Kompetenz; der Niveau-Stand verändert sich, wenn neue Evidenz sichtbar wird. So entsteht kein Momentbild, sondern ein Lernweg.
Der wissenschaftliche Hintergrund liegt in der Bildungsstandards-Forschung. Eckhard Klieme und Mitautorinnen legten 2003 mit dem BMBF-Gutachten "Zur Entwicklung nationaler Bildungsstandards" die konzeptuelle Grundlage für den deutschsprachigen Kompetenz-Diskurs: Kompetenzen sind beobachtbare, kumulative Fähigkeiten — keine reinen Wissensbestände, sondern Können in konkreten Situationen. Diese Definition ist bis heute massgeblich und bildet die konzeptuelle Basis des Lehrplan 21 in der Schweiz.
Der pädagogische Mehrwert zeigt sich auf zwei Ebenen. Für Lehrpersonen wird die Klasse als Gesamtheit sichtbar: Wie viele Schüler:innen stehen in der Kompetenz "Bruchrechnen" auf Niveau 1, wie viele auf Niveau 2? Wo besteht Differenzierungsbedarf, wo kann vertieft werden? Welche Schüler:innen haben in welchen Kompetenzen schon erweiterte Niveaus erreicht — und könnten von anspruchsvolleren Aufgaben profitieren? Für Schüler:innen wird der eigene Lernweg sichtbar — nicht nur die Note am Ende, sondern die konkrete Entwicklung über das Schuljahr. Diese Sichtbarkeit ist, wie John Hatties Meta-Analyse "Visible Learning" (2009) zeigt, einer der wirksamsten Faktoren für Lernfortschritt überhaupt.
Schweizer Kontext
Im Schweizer Kontext: Lehrplan 21 und Kantonsspezifika
Der Lehrplan 21 definiert für jedes Fach Kompetenzen im Format "[Themenbereich] — die Schülerin oder der Schüler kann …". Beispiel Mathematik, 2. Zyklus: "Anteile, Prozente, Zinsrechnen — kann Anteile in verschiedenen Darstellungsformen beschreiben und umwandeln." Pro Kompetenz definiert der Lehrplan 21 drei Niveaus — basal, fortgeschritten, erweitert — bezogen auf die jeweilige Klassenstufe oder das Zyklus-Ende.
Die Lehrplan-21-Kompetenzen sind umfangreich: Rund 360 Kompetenzen für die Volksschule (Zyklus 1+2+3), unterteilt in fachliche, überfachliche und medial-digitale Bereiche. Das klingt nach viel — im Schulalltag arbeitet eine Lehrperson immer nur mit dem Raster ihres eigenen Fachs und ihrer Stufe. Das ist ein handhabbarer Ausschnitt, typischerweise 10 bis 25 Kompetenzen pro Fach und Klassenstufe.
Kantonale Vorgaben zur Umsetzung variieren deutlich. Zürich hat verbindliche Kompetenz-Vorgaben pro Schulstufe und veröffentlichte Beurteilungshinweise. Bern hat detaillierte Unterlagen herausgegeben, die den Notenschlüssel in Bezug zum Kompetenzraster setzen. Solothurn und Aargau haben kantonale Beurteilungs-Reglemente, die das Kompetenzraster als Dokumentations- Grundlage verbindlich machen. Andere Kantone überlassen die konkrete Ausgestaltung den Schulen.
Zentrale Frage in der Schweiz: Wie werden Kompetenz-Beobachtungen in Schulnoten überführt? Die Antwort ist kantonal unterschiedlich. Das Kompetenzraster ist die Dokumentations-Grundlage — die Rohsubstanz, aus der Noten entstehen. Der Notenschlüssel und die Gewichtung kommen kantonal dazu und bestimmen, wie Niveau-Stände auf der Skala 1 bis 6 abgebildet werden. Wie dieser Übersetzungsprozess konkret funktioniert, erklärt die Seite Zeugnis-Umrechnung.
Für Schulleitungen bedeutet das: Die Einführung oder Vertiefung von Kompetenzrastern ist kein rein pädagogisches Projekt — es ist auch ein administratives. Welche Niveaus gelten auf welcher Stufe? Wie werden Beobachtungen dokumentiert, und von wem? Wie fliesst das in den Zeugnisprozess ein? Welche kantonalen Vorgaben müssen eingehalten werden, und welche Spielräume lässt das Schulgesetz? Diese Fragen sollten schulintern geregelt werden, bevor das Raster flächendeckend genutzt wird — denn ein uneinheitlicher Einsatz führt zu Verwirrung im Lehrer:innen-Team und bei Familien.
Praxisbeispiel
Wie es in der Praxis aussieht: Mathematik, 7. Klasse
Ein konkretes Mathematik-Kompetenzraster für eine 7. Klasse illustriert den Aufbau besser als jede abstrakte Beschreibung. Die Zeilen des Rasters entsprechen den Kompetenzen — zum Beispiel: "Arithmetik & Algebra: Operationen mit rationalen Zahlen", "Geometrie: Lagebeziehungen im Raum", "Daten & Zufall: Daten auswerten". Die Spalten zeigen die Niveaus: Niveau 1 (basal), Niveau 2 (fortgeschritten), Niveau 3 (erweitert). In jedem Feld steht die konkrete Beschreibung, was die Schülerin auf diesem Niveau zeigen sollte.
Niveau 1 bei "Bruchrechnen" lautet zum Beispiel: "Kann gleichnamige Brüche addieren und subtrahieren." Niveau 2: "Kann Brüche mit verschiedenen Nennern addieren und subtrahieren und das Ergebnis in eine Sachsituation einordnen." Niveau 3: "Kann Bruchoperationen in unbekannten Kontexten selbstständig anwenden und den Lösungsweg begründen." Diese Stufung macht den Unterschied zwischen Wissen und Können sichtbar.
Die Lehrperson dokumentiert pro Schülerin und Schüler den aktuellen Stand. Aram steht in Bruchrechnen auf Niveau 1, in Prozentrechnen ebenfalls Niveau 1, in Geometrie auf Niveau 2. Diese Beobachtungen entstehen nicht aus einer einzigen Prüfung, sondern aus mehreren Unterrichtsmomenten: einer Lernkontrolle, einer Stationsarbeit, einem kurzen Einzelgesprächsmoment, einer Gruppenaufgabe.
Über das Schuljahr verändert sich der Stand. Aram erreicht im April Niveau 2 in Bruchrechnen — das neue Wissen zeigt sich konsistent in verschiedenen Aufgabenkontexten. Im Juni erreicht er Niveau 2 auch in Prozentrechnen. Der Lernfortschritt ist dokumentiert, datiert und nachvollziehbar. Im Zeugnis erscheint eine Note; im Hintergrund liegt ein Lernweg, der bei Bedarf gezeigt werden kann.
Im Lehrer:innen-Team ergibt sich aus dem Raster auch ein Klassen-Überblick. Wie verteilen sich die Niveaus in "Geometrie: Lagebeziehungen"? Neun Schüler:innen auf Niveau 1, zwölf auf Niveau 2, drei auf Niveau 3 — das ist ein Hinweis für die Unterrichtsplanung. Wo gibt es Bedarf für differenzierende Aufgaben? Welche Kompetenzen könnten als Nächstes vertieft werden? Das Raster wird zum pädagogischen Steuerungsinstrument, nicht nur zum Dokumentationswerkzeug. In Schulen, die im Lehrer:innen-Team zusammenarbeiten, lassen sich die Raster-Daten auch für Stufengespräche nutzen: Welche Kompetenzen werden fachübergreifend auf niedrigen Niveaus gezeigt? Wo gibt es systematische Lücken, die auf Unterrichtsgestaltung oder Lehrplan-Lücken hinweisen?
Schüler:innen können — als pädagogisches Werkzeug — eine Selbsteinschätzung abgeben. Die Schülerin markiert ihren eigenen Stand; die Lehrperson ergänzt ihre Beobachtung. Die Differenz zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung wird zum Ausgangspunkt eines Gesprächs: "Ich dachte, ich bin auf Niveau 2, aber die Lehrperson sieht mich auf Niveau 1. Was übersehe ich?" Dieses Gespräch stärkt die Metakognition und erhöht die Eigenverantwortung für den Lernprozess.
Missverständnisse
Häufige Missverständnisse
"Ein Kompetenzraster ist eine Checkliste, die abgehakt wird"
Das ist falsch. Eine Checkliste ist binär — ein Punkt ist entweder erfüllt oder nicht — und in der Regel einmalig: Hat die Schülerin die Aufgabe erledigt? Ein Kompetenzraster ist beides nicht. Es ist differenziert (drei Niveaus statt zwei Zustände) und kontinuierlich (der Niveau-Stand entwickelt sich und kann sich in beide Richtungen verändern). Beobachtungen sammeln sich über das Schuljahr; das Raster zeigt den aktuellen Lernweg, nicht ein abgeschlossenes End-Diagramm. Eine Kompetenz auf Niveau 2 heisst nicht "fertig mit Niveau 1" — sie heisst: "Im Moment zeige ich diesen Stand. Morgen kann es mehr sein, übermorgen kann eine neue Aufgabe zeigen, dass es in einem anderen Kontext noch Niveau 1 ist."
"Niveau 3 ist gleichbedeutend mit einer Note 6"
Das ist falsch. Niveaus und Noten leben auf verschiedenen Achsen. Niveau 3 (erweitert) bedeutet: Die Schülerin kann diese Kompetenz auch in unbekannten oder komplexen Situationen selbstständig anwenden und begründen. Ob das auf dem Zeugnis als 5.5 oder 6 erscheint, hängt vom kantonalen Notenschlüssel ab und davon, wie viele Kompetenzen insgesamt auf welchen Niveaus stehen. Niveau 3 ist eine Beurteilungsstufe, die die Tiefe der Kompetenz beschreibt — Note 6 ist eine aggregierte Zahl, die nach einem kantonalen Gewichtungsmodell aus mehreren Niveaus entsteht. Die beiden Konzepte sind verwandt, aber nicht deckungsgleich.
"Schüler:innen müssen am Ende der Schulzeit alle Kompetenzen auf Niveau 3 haben"
Das ist falsch. Der Lehrplan 21 verlangt für die Volksschule die Niveau-1-Erreichung als verbindlich; Niveau 2 ist die Richtgrösse für die Mehrheit der Schüler:innen; Niveau 3 ist der erweiterte Anspruch. Es ist nicht nur erwartet, sondern pädagogisch legitim, dass Schüler:innen unterschiedliche Kompetenzen unterschiedlich tief entwickeln. Starke Mathematikerinnen werden viele Mathematik-Kompetenzen auf Niveau 3 haben — und vielleicht einige Sprach-Kompetenzen nur auf Niveau 2. Das Raster macht diese Vielfalt sichtbar; es macht sie nicht zum Problem. Differenzierung ist das Ziel, nicht die Vereinheitlichung.
Häufige Fragen
Wer entwickelt Kompetenzraster?
Die Grundkompetenzen stammen aus dem Lehrplan 21, der von der EDK beschlossen und fachdidaktisch ausgearbeitet wurde. Schulen können das Raster für ihre eigene Praxis konkretisieren und anpassen — etwa um schuleigene Schwerpunkte zu ergänzen oder Niveaubeschreibungen zu präzisieren. In Kompetenzmonitor sind die Lehrplan-21-Kompetenzen pro Fach und Schulstufe vorinstalliert; Schul-Admins können sie anpassen, ohne bei null anfangen zu müssen. Das Ziel: weniger Rüstzeit, mehr Unterrichtszeit.
Ist ein Kompetenzraster dasselbe wie eine Checkliste?
Nein. Eine Checkliste ist binär — ein Punkt ist entweder abgehakt oder nicht — und in der Regel einmalig: Hat die Schülerin diese Aufgabe erledigt? Ein Kompetenzraster hingegen ist differenziert und kontinuierlich. Es unterscheidet drei Niveaus pro Kompetenz, und der Niveau-Stand kann sich über das Schuljahr verändern — in beide Richtungen. Eine Kompetenz ist nicht einfach 'erledigt'. Sie entwickelt sich weiter, kann in neuen Kontexten neu gefordert werden und bleibt über mehrere Schuljahre sichtbar.
Wie unterscheidet sich ein Kompetenzraster von Lernzielen?
Lernziele sind zeitlich gebunden: 'Am Ende dieser Einheit kann die Schülerin einfache lineare Gleichungen lösen.' Sie beziehen sich auf eine bestimmte Unterrichtssequenz und haben ein klares Ende. Kompetenzen sind kumulativ: Sie bauen über mehrere Klassen und Zyklen auf, und das Kompetenzraster zeigt den laufenden Entwicklungsstand über das gesamte Schuljahr. Ein Lernziel kann zur Kompetenz-Entwicklung beitragen — es ist ein Schritt im Weg. Das Raster zeigt, wie weit dieser Weg insgesamt zurückgelegt wurde.
Wer kann das Kompetenzraster sehen?
Die Lehrperson, die die Klasse unterrichtet, hat vollen Zugriff auf das Raster — sowohl für einzelne Schüler:innen als auch in der Klassenübersicht. Die Schülerin oder der Schüler sieht den eigenen Stand. Eltern erhalten einen Einblick, aktuell hauptsächlich über das Elterngespräch; ein digitaler Eltern-Login befindet sich in Vorbereitung. Andere Schulen oder externe Personen sehen nichts — jede Schule ist datenisoliert. Mehr zur technischen Datentrennung unter /sicherheit.
Wie viele Kompetenzen umfasst ein Kompetenzraster?
Pro Fach und Klassenstufe umfasst ein Raster typischerweise zwischen 10 und 25 Kernkompetenzen — je nach Fach und Zyklus variiert die Dichte. Für die gesamte Volksschule (Zyklus 1–3) definiert der Lehrplan 21 rund 360 Kompetenzen, aufgeteilt in fachliche, überfachliche und medial-digitale Bereiche. Im Schulalltag arbeitet eine Lehrperson immer nur mit dem Raster für das eigene Fach und die eigene Stufe — ein handhabbarer Ausschnitt, nicht die gesamte Liste.
Können Schüler:innen ihren eigenen Stand im Kompetenzraster einschätzen?
Ja — die Selbsteinschätzung ist ein etabliertes pädagogisches Werkzeug im kompetenzorientierten Unterricht. Die Schülerin markiert ihren eigenen Stand pro Kompetenz; die Lehrperson ergänzt die Beobachtung aus dem Unterrichtsalltag. Das Gespräch über die Differenz zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung ist oft pädagogisch wertvoller als das Ergebnis selbst: Es schult Metakognition, macht Lernziele greifbar und stärkt die Eigenverantwortung für den Lernprozess. Die Selbsteinschätzung ist im Lehrplan 21 als Teil der überfachlichen Kompetenzen (Selbstkompetenz) ausdrücklich verankert.
Verwandte Begriffe
Begriffe, die direkt damit zusammenhängen
Das Kompetenzraster steht nicht allein — es ist eingebettet in ein Netz verwandter Konzepte, die in der Schweizer Schule und im Lehrplan 21 direkt daran anschliessen.
Niveaus 1–3
Drei Stufen pro Kompetenz — basal, fortgeschritten, erweitert.
Kompetenzorientierte Beurteilung
Die Beurteilungspraxis hinter dem Raster.
Lehrplan 21
Der gemeinsame Schweizer Lehrplan der 21 deutschsprachigen Kantone.
Zeugnis-Umrechnung
Wie aus Niveaus Noten werden — Schritt für Schritt.
In der Plattform
So setzt Kompetenzmonitor das um
Kompetenzmonitor liefert das Lehrplan-21-Kompetenzraster pro Fach und Schulstufe vorinstalliert. Die Lehrperson dokumentiert Beobachtungen direkt in das Raster — pro Schülerin und Schüler, pro Kompetenz, pro Niveau. Kein Umweg über Notizzettel, keine nachträgliche Rekonstruktion. Die Beobachtung entsteht dort, wo der Lernmoment stattfindet.
Über die Klassenübersicht entstehen Förder-Hinweise: Welche Kompetenzen sind klassenweit auf Niveau 1? Wo hat sich in den letzten Wochen am meisten bewegt? Über das Schüler:innen-Profil wird der Lernweg visualisiert: Wo stand Aram zu Beginn des Schuljahrs, und wo steht er jetzt? Das sind keine abstrakten Daten — es ist die Grundlage für das nächste Elterngespräch und für die Notensetzung am Semesterende. Die Beobachtungen liegen bereits vor; am Semesterende wird nicht mehr rekonstruiert, sondern zusammengefasst.
Mehr dazu, wie Beobachtungen im Unterricht dokumentiert werden, erklärt die Erfassen-Funktion.
Quellen
Quellen & weiterführende Lektüre
Lehrplan 21 — Fach-Übersichten und Kompetenzraster
lehrplan21.ch — Die Quelle aller Lehrplan-21-Kompetenzraster für die Schweizer Volksschule. Kompetenzbeschreibungen, Niveaus und Querverweise für alle Fächer der Zyklen 1–3. Frei zugänglich und durchsuchbar.
EDK — Beschlüsse und Umsetzungs-Dokumente
edudoc.ch — Beschluss-Texte zur Lehrplan-21-Einführung, Beurteilungsempfehlungen und kantonale Umsetzungs-Dokumente. Zentrale Referenz für die bildungspolitischen Grundlagen des Kompetenzrasters in der Schweiz.
Felten, F. (2013): Beurteilen — eine Kunst. Klett-Cotta.
Praxis-Buch zur formativen Beurteilung mit Kompetenz-Rastern. Verbindet theoretischen Hintergrund mit konkreten Unterrichtsbeispielen — praxisnah und für Lehrpersonen direkt anwendbar.
Hattie, J. (2009/2013): Lernen sichtbar machen. Schneider Verlag Hohengehren.
Meta-Analyse zur Wirksamkeit von Lehrmethoden und Beurteilungsformen. Formatives Feedback und die Sichtbarmachung von Lernzielen gehören zu den am besten belegten Wirkfaktoren im Unterricht — mit Effektstärken, die den pädagogischen Wert von Kompetenzrastern empirisch stützen.