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Glossar · Lehrplan 21

Lehrplan 21: Der gemeinsame Lehrplan, erklärt

Lehrplan 21 ist der gemeinsame Lehrplan der 21 deutschsprachigen und mehrsprachigen Schweizer Kantone für die Volksschule, beschlossen 2014 von der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) und seit 2017 schrittweise in den Kantonen eingeführt.

Was der Lehrplan 21 konkret leistet: Er vereinheitlicht die Bildungsziele in allen 21 deutschsprachigen Kantonen und vollzieht dabei einen grundlegenden Wechsel zur Kompetenz-Orientierung. Statt Stofflisten — "was unterrichtet wird" — stehen Kompetenzbeschreibungen im Zentrum: "was Schüler:innen am Ende einer Stufe selbstständig tun können." Die Volksschule ist in drei Zyklen gegliedert: Zyklus 1 umfasst Kindergarten und die 1.–2. Klasse, Zyklus 2 die 3.–6. Klasse, Zyklus 3 die 7.–9. Klasse (Sekundarstufe I). Jede Kompetenz ist in drei Niveaus beschrieben — basal, fortgeschritten, erweitert — die einen Lernweg statt eines Endurteils abbilden.

Ebenso wichtig ist, was der Lehrplan 21 nicht ist. Er ist kein nationaler Lehrplan: Die Romandie kennt den Plan d'études romand (PER), das Tessin das Piano di studio — echte schweizweite Vereinheitlichung gibt es nicht. Er ist kein zentral verbindliches Lehrmittel: Welche Schulbücher eingesetzt werden, entscheiden die Kantone. Er ist kein Detail-Stundenplan: Wie viele Lektionen pro Woche in welchem Fach unterrichtet werden, bleibt kantonal geregelt. Der Lehrplan 21 definiert das Was — die Kompetenzziele — nicht das Wie des Unterrichts.

Hintergrund

Pädagogischer Hintergrund: Vom Wissens-Curriculum zum Kompetenz-Curriculum

Bevor der Lehrplan 21 in Kraft trat, hatte jeder der 21 deutschsprachigen Kantone seinen eigenen Lehrplan — 21 eigenständige Dokumente mit unterschiedlichen Lernzielen, Fächerbezeichnungen und Beurteilungsmassstäben. Ein Schulkind, das von Zürich nach Aargau zog, traf auf einen anderen Lehrplan. Eine Lehrperson, die in einen anderen Kanton wechselte, musste sich in ein fremdes Curriculum einarbeiten. Lehrmittel und pädagogische Konzepte waren auf die kantonale Schulsituation zugeschnitten und deckten sich nicht zwingend mit dem, was andernorts verwendet wurde.

Dieses Nebeneinander war historisch gewachsen und Ausdruck der tief verankerten kantonalen Bildungshoheit in der Schweiz. Ab den 2000er-Jahren wuchs jedoch der Druck, diese Zersplitterung zu überwinden. Die HarmoS-Vereinbarung von 2007 — das interkantonale Konkordat über die Harmonisierung der obligatorischen Schule — schuf die rechtliche Grundlage für eine gemeinsame Schulstruktur: Einschulung mit spätestens vier Jahren, neun obligatorische Schuljahre, gemeinsame Bildungsziele. HarmoS war der politische Rahmen; der Lehrplan 21 wurde das inhaltliche Herzstück dieser Harmonisierung.

Der konzeptuelle Kern des Lehrplan 21 ist die Abkehr vom Wissens-Curriculum hin zum Kompetenz-Curriculum. Ein Wissens-Curriculum definiert, welchen Stoff Lehrpersonen behandeln sollen. Ein Kompetenz-Curriculum definiert, was Schüler:innen am Ende einer Stufe in realen Situationen eigenständig tun können. Dieser Unterschied ist nicht bloss semantisch: Er verändert, wie Unterricht geplant wird, wie Beobachtungen dokumentiert werden und wie Noten entstehen. Die konzeptuelle Grundlage lieferte das BMBF-Gutachten von Klieme et al. (2003), das Kompetenz als die Verbindung von Können, Wollen und Handeln in konkreten Situationen definierte — nicht reines Wissen, sondern die Fähigkeit, Wissen situationsbezogen anzuwenden.

Die Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz (D-EDK) nahm diese pädagogischen Grundlagen auf und entwickelte zwischen 2010 und 2014 in einem breiten Konsultationsprozess den Lehrplan 21. An der Entwicklung beteiligt waren Bildungsdirektionen aller 21 Kantone, Pädagogische Hochschulen, Fachverbände und Lehrpersonenvertretungen. 2014 beschloss die EDK-Vollversammlung den Lehrplan 21 formell. Die Kantone hatten danach die Freiheit, den Einführungszeitpunkt selbst festzulegen — weshalb die Einführung gestaffelt über mehrere Jahre erfolgte.

Schweizer Kontext

Im Schweizer Kontext: Wer ihn entwickelte und wann er eingeführt wurde

Träger des Lehrplan 21 ist die D-EDK — die Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz — als Zusammenschluss der 21 zuständigen kantonalen Bildungsdirektionen. Die D-EDK-Geschäftsstelle mit Sitz in Luzern koordiniert die laufende Pflege des Lehrplans und ist Anlaufstelle für Rückfragen zur Auslegung. Nach dem Beschluss der EDK-Vollversammlung im Oktober 2014 begann die kantonal gestaffelte Einführung:

  • 2017: Wallis (deutschsprachiger Teil), Schaffhausen, Glarus, Appenzell Innerrhoden
  • 2018–2019: Aargau, Bern (deutschsprachiger Teil), Solothurn, Basel-Stadt, Basel-Landschaft
  • 2019–2020: Zürich, Luzern, Zug, St. Gallen
  • 2020–2022: Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden, Appenzell Ausserrhoden, Graubünden, Thurgau, Freiburg (deutschsprachiger Teil)

Trotz des gemeinsamen Lehrplans blieb die kantonale Eigenständigkeit beim Wie erhalten. Stunden- Verteilung, Lehrmittel-Wahl und Bewertungs-Praxis sind weiterhin kantonal geregelt. Das zeigt sich in konkreten Unterschieden: Bern hat eine eigene Beurteilungsverordnung mit detailliertem Notenschlüssel, der die Lehrplan-21-Niveaus direkt in Zeugnisregeln übersetzt. Zürich gibt verbindliche Kompetenz-Vorgaben für Übertrittsverfahren heraus. Andere Kantone lassen Schulen und Lehrpersonen bei der Beurteilungspraxis mehr Spielraum.

Daraus ergibt sich ein strukturelles Spannungsfeld, das Lehrpersonen täglich beschäftigt: Der Lehrplan 21 ist kompetenzorientiert — Zeugnisse sind traditionell notenbasiert. Wie passt das zusammen? Über den kantonalen Notenschlüssel. Dieser definiert, welcher Niveau-Stand (1, 2 oder 3) welcher Schulnote entspricht — er ist das Bindeglied zwischen der Lehrplan-21-Beurteilung und der kantonal vorgeschriebenen Zeugnisnote. Das konkrete Mapping variiert je nach Kanton und Schulstufe; die Grundlogik ist überall dieselbe: Niveau 1 entspricht dem basalen Grundanspruch (typisch Note 4–4.5), Niveau 2 dem fortgeschrittenen Stand (Note 5–5.5), Niveau 3 dem erweiterten Stand (Note 6).

Nicht betroffen vom Lehrplan 21 sind die Westschweizer Kantone (Plan d'études romand, PER) und der Kanton Tessin (Piano di studio). Diese arbeiten mit eigenständigen, ebenfalls kompetenzorientierten Lehrplänen, die in ihrer Grundstruktur dem Lehrplan 21 ähneln, aber sprachlich, kulturell und bildungspolitisch eigenständig weiterentwickelt wurden.

Aufbau und Praxis

Wie der Lehrplan 21 in der Praxis aufgebaut ist

Der Lehrplan 21 folgt einer durchgehenden hierarchischen Struktur, die von der Fachbereichsebene bis zur konkreten Kompetenzbeschreibung reicht. Ein Beispiel aus dem Fachbereich Mathematik, Zyklus 3 (Sek I): Fachbereich Mathematik → Kompetenzbereich "Zahl und Variable" → Kompetenz "Anteile, Prozente, Zinsrechnen" → Niveau 2: "kann Anteils- und Prozentaufgaben in alltäglichen Sachsituationen selbstständig lösen." Das ist keine Stoff-Angabe ("behandelt Bruchrechnen"), sondern eine Handlungsbeschreibung, die direkt als Beurteilungsmassstab eingesetzt werden kann.

Die sechs Fachbereiche im Lehrplan 21 sind: Sprachen (Deutsch, Französisch, Englisch sowie Erstsprache bei Mehrsprachigen), Mathematik, Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG — in Zyklus 3 aufgeteilt in Räume, Zeiten, Gesellschaft und Natur und Technik), Gestalten (Bildnerisches Gestalten und Textiles und Technisches Gestalten), Musik sowie Bewegung und Sport.

Ergänzt werden die Fachbereiche durch drei Module, die fächerübergreifend angelegt sind: Medien und Informatik — digitale Grundkompetenzen und Medienkritik; Berufliche Orientierung — Vorbereitung auf die Berufswahl ab Zyklus 3; Hauswirtschaft — Alltagskompetenzen rund um Ernährung, Haushalt und Gesundheit. Dazu kommen thematische Querschnittsbereiche: Bildung für nachhaltige Entwicklung, Globale Entwicklung und Bildung für Frieden und Menschenrechte — diese sind nicht als eigenständige Fächer konzipiert, sondern als Perspektiven, die in verschiedenen Fachbereichen aufgegriffen werden sollen.

Im Lehrperson-Alltag schlägt sich das folgendermaßen nieder: Bei der Unterrichtsplanung werden Lehrplan-21-Kompetenzen als Orientierungspunkte herangezogen — die Frage lautet nicht "welchen Stoff decke ich ab?", sondern "welche Kompetenz fördern und beurteile ich in dieser Einheit?" Kantonale Lehrmittelverlage haben ihre Lehrwerke auf Lehrplan-21-Konformität überprüft und entsprechend ausgewiesen. Bei der Beurteilung arbeiten Lehrpersonen mit dem Drei-Niveau-Modell: Sie beobachten Schüler:innen in Unterrichtssituationen, Stationsarbeiten und Lernkontrollen und ordnen die beobachtete Leistung einem Niveau zu. Diese Beobachtungen akkumulieren sich über das Semester und bilden die Grundlage für die Zeugnisnote.

Überfachliche Kompetenzen — Selbst-, Sozial- und Methodenkompetenzen — sind im Lehrplan 21 als eigenständiger Bereich beschrieben. Sie sind nicht an einzelne Fächer gebunden, müssen aber von Lehrpersonen bewusst beobachtet und dokumentiert werden. Wie Selbst- und Sozialkompetenzen in der Praxis beurteilt und allenfalls in Zeugnissen sichtbar gemacht werden, ist kantonal unterschiedlich geregelt — in einigen Kantonen erscheinen sie als separater Beurteilungsbereich im Zeugnis, in anderen werden sie im Elterngespräch besprochen, ohne in die Fachnote einzufliessen.

Missverständnisse

Häufige Missverständnisse

"Der Lehrplan 21 schreibt Lehrpersonen vor, wie sie unterrichten müssen"

Das ist falsch. Der Lehrplan 21 definiert ausschliesslich, was Schüler:innen können sollen — die Kompetenzziele und die Niveaus, auf denen diese Ziele erreicht werden. Wie eine Lehrperson dorthin führt, welche Methoden sie einsetzt, wie sie den Stundenablauf gestaltet, ob sie frontal oder in Stationsarbeit unterrichtet: Das ist Sache der pädagogischen Professionalität und liegt vollständig in der Methodenfreiheit der Lehrperson. Der Lehrplan 21 ist ein Ziel-Dokument, kein Unterrichts-Vorschriften-Dokument. Diese Unterscheidung ist für das Verständnis des Lehrplans fundamental.

"Der Lehrplan 21 ist ein nationaler Lehrplan"

Das ist falsch. Der Lehrplan 21 gilt nur in den 21 deutschsprachigen und mehrsprachigen Kantonen der Schweiz. Die Romandie arbeitet mit dem Plan d'études romand (PER), das Tessin mit dem Piano di studio. Eine echte nationale Vereinheitlichung der Lehrpläne gibt es in der Schweiz nicht — die Bildungshoheit liegt bei den Kantonen, und die Westschweiz sowie das Tessin haben bewusst eigene Wege gewählt. Inhaltlich sind alle drei Lehrpläne kompetenzorientiert und in ihrer Grundstruktur vergleichbar, aber rechtlich und inhaltlich eigenständig.

"Der Lehrplan 21 hat Noten abgeschafft"

Das ist falsch — und dieses Missverständnis ist besonders verbreitet. Der Lehrplan 21 beschreibt Kompetenzen und Niveaus; er macht keine Aussage darüber, wie Schulen zu Noten kommen. Das ist Sache des kantonalen Schulgesetzes. In allen 21 Kantonen gibt es weiterhin Noten auf dem Zeugnis — rechtlich vorgeschrieben und durch kantonale Schulordnungen verbindlich. Was der Lehrplan 21 verändert, ist die Grundlage der Note: nicht mehr primär eine einzelne Prüfungsleistung, sondern eine dokumentierte Folge von Kompetenz-Beobachtungen über das Semester. Die Note bleibt; die Informationsdichte hinter ihr wächst.

Häufige Fragen

In welchen Kantonen gilt der Lehrplan 21?

Der Lehrplan 21 gilt in den 21 deutschsprachigen und mehrsprachigen Kantonen der Schweiz: Zürich, Bern (deutschsprachiger Teil), Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden, Glarus, Zug, Freiburg (deutschsprachiger Teil), Solothurn, Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Schaffhausen, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, St. Gallen, Graubünden (zwei- und dreisprachig), Aargau, Thurgau und Wallis (deutschsprachiger Teil). Die Romandie (Genf, Waadt, Neuenburg, Jura, Freiburg F, Wallis F) arbeitet mit dem Plan d'études romand (PER), das Tessin mit dem Piano di studio.

Was ist neu am Lehrplan 21 gegenüber den alten Kantonslehrplänen?

Vor dem Lehrplan 21 hatte jeder deutschsprachige Kanton seinen eigenen Lehrplan — 21 verschiedene Dokumente mit unterschiedlichen Lernzielen, Fächerstrukturen und Beurteilungsmassstäben. Das führte dazu, dass ein Schulwechsel von Zürich nach Bern für Schüler:innen spürbare Lücken oder Überschneidungen im Lernstoff bedeuten konnte. Der Lehrplan 21 löste diese Zersplitterung durch ein gemeinsames Kompetenzmodell ab: Dieselben Kompetenzen, dieselbe Drei-Niveau-Struktur, dieselben Fachbereichsbezeichnungen — quer durch alle 21 Kantone. Gleichzeitig blieb kantonale Eigenständigkeit beim Wie: Stundenpläne, Lehrmittelwahl und Beurteilungspraxis sind weiterhin kantonal geregelt.

Wie ist der Lehrplan 21 strukturiert?

Der Lehrplan 21 ist in drei Zyklen gegliedert: Zyklus 1 (Kindergarten und 1.–2. Klasse), Zyklus 2 (3.–6. Klasse) und Zyklus 3 (7.–9. Klasse, entspricht der Sekundarstufe I). Innerhalb jedes Zyklus werden sechs Fachbereiche beschrieben: Sprachen, Mathematik, Natur–Mensch–Gesellschaft, Gestalten, Musik sowie Bewegung und Sport. Dazu kommen drei Module (Medien und Informatik, Berufliche Orientierung, Hauswirtschaft) und überfachliche Kompetenzen (Selbst-, Sozial- und Methodenkompetenzen). Jede Kompetenz ist mit drei Niveaus beschrieben: basal (Niveau 1), fortgeschritten (Niveau 2), erweitert (Niveau 3).

Was sind überfachliche Kompetenzen im Lehrplan 21?

Überfachliche Kompetenzen sind Fähigkeiten, die nicht an ein bestimmtes Fach gebunden sind, sondern fächerübergreifend relevant sind. Der Lehrplan 21 unterscheidet drei Bereiche: Personale Kompetenzen (Selbstreflexion, Selbstständigkeit, Eigenverantwortung), Soziale Kompetenzen (Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit, Umgang mit Konflikten) und Methodenkompetenzen (Lernstrategien, Informationsverarbeitung, Präsentieren). Diese Kompetenzen sind im Lehrplan 21 als eigener Bereich verankert und sollen von Lehrpersonen parallel zum Fachunterricht bewusst beobachtet und gefördert werden.

Wie wirkt sich der Lehrplan 21 auf die Beurteilung aus?

Der Lehrplan 21 verlangt kompetenzorientierte Beurteilung: Lehrpersonen beurteilen nicht primär punktuelle Prüfungsleistungen, sondern dokumentieren fortlaufend, welche Kompetenzen eine Schülerin oder ein Schüler in welchem Niveau zeigt. Das Zeugnis bleibt notenbasiert — kantonale Schulgesetze schreiben das vor. Lehrpersonen müssen also einen Weg finden, kontinuierliche Kompetenz-Beobachtungen (Niveaus 1–3) in Schulnoten (1–6) zu überführen. Der kantonale Notenschlüssel ist dabei das Bindeglied: Er definiert, welcher Niveau-Stand welcher Note entspricht — je nach Kanton unterschiedlich ausgestaltet.

Gilt der Lehrplan 21 auch für Privatschulen?

Das ist kantonal geregelt. Privatschulen, die staatlich anerkannt sind und Schulpflichtige beschulen, müssen in der Regel den kantonalen Lehrplan einhalten — und da in allen 21 Kantonen der Lehrplan 21 gilt, betrifft das auch anerkannte Privatschulen. Privatschulen ohne staatliche Anerkennung, die keine schulpflichtigen Kinder aufnehmen (zum Beispiel internationale Schulen mit eigenem Abschluss), sind nicht daran gebunden. Im Zweifelsfall ist die kantonale Bildungsdirektion die massgebliche Stelle.

Wer entwickelt den Lehrplan 21 weiter?

Die D-EDK (Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz) trägt die formale Verantwortung für den Lehrplan 21 und koordiniert allfällige Überarbeitungen. Die inhaltliche Pflege liegt bei den kantonalen Bildungsdirektionen, unterstützt von der D-EDK-Geschäftsstelle. Seit der Inkraftsetzung 2014 gab es keine Totalrevision; einzelne Anpassungen — insbesondere im Bereich Medien und Informatik — wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Lehrmittelverlag und der Pädagogischen Hochschule Zürich vorgenommen. Eine systematische Überprüfung der Umsetzung erfolgt durch den EDK-Bildungsmonitor.

In der Plattform

So setzt Kompetenzmonitor den Lehrplan 21 um

Kompetenzmonitor bildet das Lehrplan-21-Modell technisch vollständig ab. Bei der Schuleinrichtung werden vorinstallierte Lehrplan-21-Kompetenzraster pro Fach und Schulstufe geladen — Lehrpersonen starten nicht mit einem leeren Dokument, sondern mit einem bereits korrekt strukturierten Raster für ihr Fach und ihren Zyklus. Mit dem Erfassen-Tool werden Beobachtungen direkt einer Kompetenz und einem Niveau zugeordnet — die Lehrplan-21-Struktur ist direkt in den Beobachtungs-Workflow eingebettet.

Das Drei-Niveau-Modell ist die konzeptuelle Basis jeder Beobachtung: Niveau 1 (basal), Niveau 2 (fortgeschritten), Niveau 3 (erweitert) — direkt aus dem Lehrplan 21. Kantonale Notenschlüssel sind in der Plattform hinterlegt: Wenn das Semester endet, übersetzt die Zeugnis-Umrechnung den dokumentierten Niveau-Stand automatisch in die kantonal korrekte Schulnote — transparent, nachvollziehbar, ohne manuelle Rechnerei.

So entsteht aus dem abstrakten Lehrplan-21-Modell ein konkreter Arbeitsablauf für den Schulalltag: Kompetenzraster laden, Beobachtungen erfassen, Niveau setzen, Zeugnisnote berechnen. Der Lehrplan 21 bleibt dabei nicht ein Dokument, das im Regal steht — er wird zur täglichen Beurteilungsgrundlage.

Quellen

Quellen & weiterführende Lektüre

Lehrplan 21 — Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz

lehrplan21.ch — Die vollständige Referenz: alle Fachbereiche, Kompetenzbeschreibungen und Niveaus für alle drei Zyklen der Volksschule. Verbindliche Quelle für alle 21 Kantone.

EDK — Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren

edudoc.ch — EDK-Beschlüsse zur Lehrplan-21-Einführung, kantonale Umsetzungsberichte und Beurteilungsempfehlungen. Zentrale Referenz für bildungspolitische Entscheide zur Volksschule in der Deutschschweiz.

HarmoS-Konkordat (2007)

Interkantonale Vereinbarung über die Harmonisierung der obligatorischen Schule — der rechtliche Rahmen, der die Grundlage für den Lehrplan 21 schuf. Enthält Vorgaben zu Schuldauer, Einschulungsalter und gemeinsamen Bildungszielen. Verfügbar über die EDK-Dokumentensammlung auf edudoc.ch.

D-EDK Geschäftsstelle — Deutschschweizer EDK, Luzern

Träger der Lehrplan-21-Entwicklung und zuständig für laufende Pflege und Auslegungsfragen. Kontakt und Dokumentation über die D-EDK-Website. Anlaufstelle für kantonale Bildungsdirektionen, Pädagogische Hochschulen und Schulen bei Fragen zur Implementierung.

Klieme, E., et al. (2003): Zur Entwicklung nationaler Bildungsstandards

Berlin: BMBF. — Die konzeptuelle Grundlagenarbeit zum Kompetenzbegriff in der deutschsprachigen Bildung. Massgeblich für die Kompetenz-Definitionen im Lehrplan 21 und in den deutschen KMK-Bildungsstandards. Frei verfügbar als PDF über das BMBF-Archiv.